Nahe der Natur

Mitmach-Museum für Naturschutz

PM aktuell

Hier findet sich stets die aktuelle Pressemitteilung (PM) des 'Nahe der Natur'-Museums innerhalb seines Presse-Service.


Aktuelle PM zur Saisonbilanz 2017 mit Hintergründen zur spannenden Entwicklung unseres einzigartigen Naturschutz- und Museumsprojektes (gültig seit 6. November 2017 und jetzt im Winterhalbjahr - Fließtext und Ansicht nachfolgend unten, als pdf hier - klick). 

(Weitere Hintergründe zu uns auf der Presse-Hauptseite / Frühere Meldungen in unserem Presse-Archiv).


„Saison 2017 des Nahe der Natur-Museums war wunderbar“. 

Weiterer Besucheranstieg / Neu als Bildungsstation (SCHUR) zertifiziert.

Staudernheim, 6. November 2017. 

„Ganz schön ermutigend“, so fasst Ursula Altmoos die gerade abgelaufene Saison 2017 zusammen und blickt auf das Sandsteinhaus vor dem Steinbruch-Wald. Haus, Nebengebäude und Naturgelände bilden hier ein lebendiges Museum und geben auch jetzt im schütteren Herbstlaub ein idyllisches Bild ab. „Wir merken deutlich, wie unser spannendes Angebot immer bekannter wird“, und seufzt dazu etwas: „Dahinter stecken viel Arbeit, Mühe und auch manche Rückschläge“,  fügt aber sogleich hinzu: „aber immer auch unsere Liebe zur Natur und Menschen, unsere große Motivation.“

Inzwischen viel Mehr als nur ein Geheimtipp!

 ‚Nahe der Natur –Mitmach-Museum für Naturschutz’ ist der Titel der Einrichtung, die die Naturschutzbiologen, Umweltbildner und Ausstellungsgestalter Ursula & Dr. Michael Altmoos im alten Staudernheimer Steinbruch mit Eingang in der Schulstraße 47 aufgebaut haben. Das Jahr 2017 war das sechste Betriebsjahr und brachte einen weiteren Besucheranstieg auf etwa 5500 Gäste im Jahr. 

„Vor allem freut uns die lange Verweildauer der Besucher von im Schnitt etwa 2,5 Stunden und die überaus positiven Rückmeldungen“, fügt Michael Altmoos hinzu. Die „entspannte Intensität“, wie er es nennt, scheint dann auch der große Trumpf zu sein und hebt „Nahe der Natur“ von Großeinrichtungen ab, „wobei wir uns auch noch viel mehr Besucher wünschen, denn den Platz dafür haben wir“. 

„Die Besucher kommen aus nah und fern, ganz gemischt“, erklärt Ursula Altmoos. Zwar stellen Besucher aus den Ballungsräumen, die den Besuch einfach mit den anderen Attraktionen im Naheland kombinieren, den Hauptanteil (ca. 60%). Aber es gibt immer mehr Gäste, die von weither ganz gezielt zum Museum kommen und sogar fast den ganzen Tag begeistert hier bleiben. Und auch immer mehr Einheimische suchen diesen so genussvollen Platz auf und sorgen für regionale Verankerung. „Wir lieben gerade diese Vielfalt an Menschen wie Natur“, so betonen die Museumsleute.

Neue Auszeichnungen und entwickelte Einzigartigkeiten

Dass Qualität und Mühe sich auszahlen, wurde dem Museum gerade wieder bestätigt: Nachdem im Sommer schon die Stiftung ‚NatureLife International’ das Museum für sein Naturschutzengagement auszeichnete, ist die Einrichtung nun anhand ihrer Schulklassen-Bildungsprogramme als „Schulnahe Bildungseinrichtung“ (SchUR) des Landes Rheinland-Pfalz im Programm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zertifiziert worden. 

Dabei hatte das neu entwickelte Naturprogramm des Museums „PerspekTierisch“ erfolgreiche Premiere, in dem Kinder in die Rolle von Tieren (Schmetterling, Uhu, Eichhörnchen) schlüpfen, deren Perspektive einnehmen und mit besonderen Spielen, Wissensanregungen und Mitgefühl die Umwelt mal ganz anders erspüren. „Die Schulkasse der nahen Grundschule Staudernheim hatte dabei jedenfalls viel Spaß“, berichtet Ursula Altmoos von der ersten Durchführung. Das Programm ist für 3. bis 6. Klasse variabel einsetzbar und kann wie auch andere Angebote im Museum ab jetzt gebucht werden. 

In der Tat ist das Gesamtangebot der Einrichtung einzigartig: Hier gibt es ein kleines aber komplettes Museum zu Natur- und Umweltthemen samt Geologie und Geschichte(n). Viele große Zusammenhänge werden hier im gemütlich Kleinen gezeigt, zum Beispiel in kleinen Schatzkisten, in denen Kleinobjekte ihr Geheimnis preisgeben, in einer Multimedia-Naturwabe mit eindrücklichen Fotos oder in einem Mini-Kino. Wertvolle regionale Glanzstücke, wie die Achate aus der Sammlung DAHL, sind hier in wechselnder Zusammenstellung zu Gast. Kombiniert dazu gibt es den großen Außenbereich mit einer freien Wildnis, wie es sie sonst kaum mehr gibt. Dazu kommt der sanft gestaltete Naturgarten, der mit Moosgarten und dem ‚Schmetterlingsreich’ weitere Attraktionspunkte bietet.  Insgesamt 4 km Naturpfade verlaufen durch das Museumsgelände, das zugleich ein wichtiges Refugium und Paradies für Flora und Fauna ist: Naturschutz live! 

Vielfältige Thementage und Programmangebote für Jedermann wechseln monatlich. Dabei gibt es beispielsweise anspruchsvollere Literatur-Natur-Führungen, ganz einfache Natur-Genießer-Anregungen, Spiele für Kinder, Geschichten um Steine, Fossilien und Schnecken oder gelegentlich sogar Kunst und Live-Musik. „Bei all der Breite des Angebotes sind uns 3 Dinge immer wichtig: Qualität, Überschaubarkeit und Gemütlichkeit, so dass das hier ein wahrhaft menschlicher, ein entschleunigter Zufluchtsort für Alle sein kann.“, so Michael Altmoos.

Betreiber reagieren auf Kritik – Stetige Verbesserungen und viel Besucher-Lob

Bei der Auswertung der Besucherrückmeldungen fiel laut den Betreibern auf, dass es tatsächlich kaum Kritik gab, aber viel Lob. Lediglich wenige Besucher bemängelten die Schmalheit und Unebenheit der Pfade, bemerkten die etwas längere Wartenzeit im Cafe und eine noch nicht ganz ausgereifte Sammlungsbeschriftung. Letzteres will das Museum schnell verbessern. „Die besonderen schmalen Natur-Wandelpfade sind jedoch gerade eine der Attraktionen für die Mehrzahl der Besucher, so dass diese sicher unverändert bleiben. Aber im Naturgartenbereich haben wir einige Plätze bequemer machen und damit auf diese Stimmen reagieren können“, nimmt Ursula Altmoos jede Kritik gerne auf. 

Vereinzelte Stimmen, die dem Museum eine angebliche Abgehobenheit und elitäre Programme vorwerfen, die an den Interessen der Bevölkerung vorbei gingen, weisen die beiden Museumsfachleute entschieden zurück: „Wer wie wir ein wenig von Natur versteht und darin lebt, weiß wie wenig er weiß und ist immun gegen jedes Elitedenken. Wir sind da wirklich demütig, das spüren auch die meisten Besucher“. Allerdings versichern die beiden, dass sie ihre Texte und Ansprachen derart überarbeiten, dass unnötige Fachbegriffe vermieden werden und wo immer möglich eine einfache Sprache angeboten wird. „Wir legen Wert darauf, dass für Jeden Zugänge möglich sind, sei es einfach einen Café in ungewöhnlicher Natur trinken, und dass es ein vielfältiges Angebot mit Natur, aber auch Kultur und Kunst für Alle gibt. Dennoch wichtig bleiben anspruchsvolle Spezial-Programme mit Tiefgang, die ohnehin wie alles hier freiwillig sind nicht jedem gefallen müssen.“ 

Überwältigend sind die positiven Rückmeldungen: Den Gästen gefallen dabei oft unterschiedliche Dinge, was eine angenehme Vielfalt unterstreicht. Übereinstimmend wird von Vielen die besondere Ruhe abseits von Straßen und die hier so freie und wertvolle Natur positiv hervorgehoben. Tatsächlich lassen sich viele Schmetterlinge, Reptilien (Schlingnattern, Eidechsen) und Vögel in besonderer Ruhe oft aus nächster Nähe beobachten.

Zwischen Angst und Hoffnung

Dieses häufige Lob der Naturruhe lässt die beiden Museumsleute aber auch zusammen zucken: „Nach wie vor müssen wir vor einer für uns absurden Straßenplanung der eigenen Ortsgemeinde Angst haben: Der kleine Weg direkt bei uns soll als Zufahrt zu einer geplanten großen Waldbegräbnisstätte ("Friedforst") entwickelt werden. Der dann wahrscheinliche erhebliche Verkehr, so die Erfahrungen mit vergleichbaren Einrichtungen, würde im Anschnitt am Museum verlaufen und gerade die so gelobten entscheidenden Kernqualitäten stark beeinträchtigen, aber auch das umliegende europäische Natura 2000-Schutzgebiet in Mitleidenschaft ziehen. Das ist insgesamt eine existenzielle Bedrohung für uns“, so Michael Altmoos. 

„Weil das aber nach unser Facheinschätzung an dieser speziellen sensiblen Stelle gar nicht verträglich gestaltet werden kann und gegen Naturschutzrecht verstoßen würde, hoffen wir inständig darauf, dass betraute Planer, Behörden und Politiker das doch noch erkennen, diese Planung beenden oder rücksichtsvoll auf die durchaus möglichen verträglicheren Raum-Alternativen ausweichen“; so drückt Altmoos seine stetige Hoffnung aus. Seiner Gemeinde Staudernheim möchte er jedenfalls die Hand reichen, statt sich dieser Pläne weiter erwehren zu müssen. „Denn immerhin haben wir vor unserer Gründung und weit vor jeder anderen Planung diesen ruhigen Standort und unser Konzept gut mit Allen abgestimmt. Unsere Wertschöpfung kommt der Gemeinde und Öffentlichkeit zugute. Das darf man doch nicht kaputt machen!“..

Modell-Projekt und Facharbeit überregional vernetzt

Auch überregional wird das Museum nachgefragt. „Wir gelten als spannendes Modell, wie man Naturschutz und Bildung kreativ und mit teils neuartigen Ansätzen betreiben und kombinieren kann. Als privat getragene Einrichtung kosten wir der Öffentlichkeit keinen Cent, unterstützen diese aber in Tourismus, Bildung und Umweltschutz und wirtschaften solide“, erklärt Ursula Altmoos. Dieses besondere Projekt beobachten daher Viele mit hoher Aufmerksamkeit und Sympathie. 

Im Blickfeld steht aber auch immer wieder die wissenschaftliche Facharbeit, die hier geleistet wird. Michael Altmoos nennt Beispiele: „In letzter Zeit haben uns viele Fachanfragen zum aktuellen dramatischen Insektensterben erreicht. Das Wissen dazu, welches wir durch unsere Integration in die Wissenschaft haben und laufend erweitern, bereiten wir für Präsentationen und Dialoge auf. 

Wir sammeln seit Jahren Fakten zu auch brisanten Themen wie Wildnis, aber auch – regional stark in Diskussion – zu Windkraft. Nach Faktenlage positionieren wir uns inzwischen klar für mehr Wildnisflächen und engagieren uns gegen noch mehr Windkraft, wobei wir gleichsam für eine naturverträgliche Energiewende ohne solche Zerstörungen werben“. Vom Museum gibt es zu diesen Themen vielfältiges Material in dessen Portal ‚www.freinatur.net’. 

Ein wichtiges Tätigkeitsfeld ist auch das Engagement gegen nationales Denken, für Frieden, Toleranz und Vielfalt, denn „Natur hat keine Grenzen, ist vielfältig, dynamisch und immer offen“, betont Michael Altmoos gerne. 

Solche Konfliktthemen machen uns leider nicht nur Freunde. Aber wir erhalten in der Mehrzahl positive Rückmeldungen, dass wir unbequeme Themen überhaupt ansprechen, nach Faktenlage anregenden Klartext reden und zugleich eine offene Begegnungs- und Diskussionsstätte für unterschiedliche Meinungen sind, all das betont unabhängig und weltanschaulich neutral. Das bleibt uns wichtig und das suchen viele interessierte Menschen heutzutage gerade auch.“

Darauf aufbauend bietet das Naturschutzmuseum auch für andernorts Vorträge sowie kreative Ausstellungs- und Freiraumgestaltungen an und ist phasenweise viel unterwegs. Kurios jedoch, dass aus der Vielzahl der Möglichkeiten gerade der Moosgarten des Museums jetzt deutschlandweit bekannt wurde. Auf Basis einer Recherche der dpa (Deutsche Presse-Agentur) berichteten im Oktober 2017 viele überregionale Tageszeitungen auf ihren Garten-Ratgeber-Seiten darüber. „Auch im Kleinen liegt manchmal das Besondere“, schmunzelt Michael Altmoos, weiß aber auch, dass viele Gäste gerade diesen Moosplatz tatsächlich seit langem sehr schätzen. 

Zusammen mit Freiwilligen aus aller Welt, die seit Jahren die Einrichtung durch ihre wechselnde Mitarbeit unterstützen, steht heute schon ein gutes Kontaktnetz: „Global denken, lokal handeln“ - Der alte Spruch der Umweltbewegung lebt hier.

Schmiede nächstes Aufbau-Projekt - Besuch auch jetzt im Winterhalbjahr möglich

„Auf all dem bauen wir gerne weiter auf und wir sprudeln vor Ideen“, so blickt das Museumspaar ermutigt in die Zukunft. Als nächstes soll, wie seit langem geplant, endlich das historische Schmiedehäuschen am Museumseingang fertig saniert und so vor dem Verfall gerettet werden. Die Baugenehmigung ist längst erteilt, ein kleiner Zuschuss der Kreisverwaltung bestätigt, aber es fehlt immer noch Investitions-Geld von etwa 30.000 Euro. „Das ist halt der Nachteil, wenn man klein, unabhängig und frei wie wir ist“, stellt Ursula Altmoos nüchtern fest. „Wir haben nicht viel Geld und scheitern bisher an den Richtlinien vieler Fördertöpfe, oder wir können den geforderten Eigenanteil nicht selbst aufbringen“. Das Museum wünscht sich gerade für so etwas Sponsoren, die dieses besondere Kleinod sinnvoll unterstützen.

Das Museum freut sich auch jetzt im Winterhalbjahr auf Besucher:  „Wir können gerne an fast jedem Tag öffnen, das allerdings nur nach vorheriger Absprache“, so Ursula Altmoos „Ein Jeder ist herzlich willkommen. Die Innen-Ausstellung und Café-Stube wird beheizt und der Steinbruchwald ist auch in der kalten Jahreszeit traumhaft“.

Die nächste Saison mit regelmäßigen Öffnungen ohne Anmeldung startet am 15. April 2018 um 11 Uhr mit neuem Programm, natürlich offen für Alle.

Solange nutzt das Team den Winter auch, um Fach- und Archivierungsarbeiten zu tätigen und um Sammelexkursionen durchzuführen. Ein echtes lebendiges Museum eben - und so vielfältig wie die Menschen und die Natur selbst.

Info: www.nahe-natur.com / Ruf 06751-8576370

------

Kontakt: info@nahe-natur.com . Bildmaterial gerne auf Anfrage.

Mehr News von und über uns in unserem aktuellen Newsletter.


Wald-Wildnis und Freiraum - Teil eines anregenden Naturschutz-Museums mit laufend aktuellen News.


 

Nahe der Natur - Freiraum, Museum und Betrieb - immer ein Erlebnis! - Hier /zurück zur Presse- und Medien-Übersicht.